Letra

Wie kann berufliche Teilhabe auch ohne sichere Schriftsprachkompetenz gelingen?
Beim Abschlussevent des Entwicklungsprojekts Letra haben wir zentrale Erkenntnisse, identifizierte Barrieren und erste Ansätze für ein anschließendes Modellprojekt vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Im Fokus standen die Themen Sichtbarkeit, Scham‑Barrieren und praxisnahe Wege zur Zusammenarbeit von Unternehmen und schriftfernen Personen.

Wir arbeiten nun am Konzept für das Modell-Projekt.

Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Berlin im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) gefördert.

Gemeinsam mit schriftfernen Menschen, Unternehmen, Jobcentern & Einrichtungen der Grundbildung und Alphabetisierung entwickeln wir praxisnahe Lösungsansätze für einen Arbeitsmarkt, der Potenziale erkennt und Teilhabe unabhängig von sicherer Schriftsprachkompetenz ermöglicht.

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Größte Hürde: Scham-Barriere

Ein Satz aus unseren Interviews hat uns besonders bewegt:
„Wir wollen nicht gefunden werden.“

Ein großer Teil der Zielgruppe ist „unsichtbar“ und möchte es bleiben. Viele verbergen ihre Schwierigkeiten vor dem Jobcenter, Arbeitgebenden und sogar dem Freundes- und Familienkreis – aus Angst vor Stigmatisierung.

Die Sorge, als „dumm“ wahrgenommen zu werden, verhindert oft, dass gezielte Hilfe gesucht wird.

Im Modell-Projekt wollen wir neue Ansätze ausprobieren, um die Zielgruppe zu erreichen. Wir wollen Räume schaffen, in denen alle Beteiligten offen darüber sprechen und gemeinsam Lösungen gestalten können.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Projektleiterin Beate Willenberg steht für Fragen rund um das Projekt zur Verfügung.

Kontakt:

willenberg@kopfhandundfuss.de

030 22 45 34 61

Was bedeutet "schriftfern"?

Hintergrund-Info

Unter „schriftfern“ verstehen wir Personen, für die Lesen und Schreiben im Alltag keine verlässliche Hilfe ist.

Schriftferne Menschen können zum Beispiel Schwierigkeiten haben mit:

  • Formularen, Anträgen oder Behördenbriefen
  • Bewerbungen und Online-Portalen
  • digitalen Tools, die viel Text verwenden
  • schriftlichen Arbeitsanweisungen
  • langen E-Mails oder komplexen Informationen

Viele entwickeln eigene Strategien, um ihren Alltag trotzdem gut zu meistern – oft, ohne dass andere es bemerken.

Die Gründe für „Schriftferne“ sind vielfältig, zum Beispiel negative Lernerfahrungen, Unterbrechungen im Bildungsweg oder Deutsch als Zweitsprache.