Letra

Berufliche Teilhabe unabhängig von sicherer Schriftsprach-Kompetenz

In Deutschland sind rund 12 % der Erwachsenen schriftfern. Übertragen auf den Bezirk Berlin-Lichtenberg betrifft dies etwa 2.200 arbeitslose Menschen. Schriftferne bedeutet, dass Erwachsene nur eingeschränkt lesen und schreiben können – aus unterschiedlichen Gründen wie schwierigen Lernbedingungen, unterbrochenen Bildungswegen oder Deutsch als Zweitsprache. Im Arbeitsalltag führt das zu vielen Hürden, da Bewerbungen, Formulare und digitale Prozesse stark schriftbasiert sind. So bleiben vorhandene Potenziale ungenutzt, obwohl gleichzeitig Fachkräfte fehlen.

Was haben wir vor?

Letra ist ein innovatives Modellprojekt in Berlin-Lichtenberg, das sich für Inklusion und einen barrierefreien Zugang zum Arbeitsmarkt einsetzt.  

Statt allein auf Alphabetisierung schriftferner Menschen zu setzen, untersuchen wir zusammen mit schriftfernen Menschen, Unternehmen, Jobcentern und Bildungsträgern, welche Barrieren den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren. 

In Einzel-Interviews, Gruppen-Workshops und einer abschließenden Konferenz erarbeiten wir praxisnahe Ansätze, die den Zugang zum und die Teilhabe am Arbeitsmarkt erleichtern. Dabei entstehen erste Leitlinien aus der Perspektive der schriftfernen Personen – für Unternehmen, Institutionen und die Politik. 

Gleichzeitig möchte Letra schriftferne Menschen dabei unterstützen, Scham abzubauen und ihre Selbstvertretungskompetenz zu stärken.

 

Schritt für Schritt

So gehen wir vor:

  • Bedarfe verstehen: In Gesprächen und Workshops mit schriftfernen Menschen, Jobcentern, Unternehmen und Grundbildungsanbietern sammeln wir Erfahrungen, Barrieren und Wünsche. 
  • Ideen entwickeln: Aus den Erkenntnissen leiten wir erste Lösungsansätze ab. 
  • Gemeinsam gestalten: In einer Abschluss-Konferenz mit allen Beteiligten entwickeln wir zusammen ein tragfähiges Konzept für ein Modellprojekt. 
  • Konzept finalisieren: Zum Projektende bereiten wir einen umfassenden Entwurf für das Modellprojekt vor.

 

Unsere Projektziele

  • Barrieren sichtbar machen, die schriftferne Menschen im Arbeitsalltag und beim Zugang zum Arbeitsmarkt erleben.

 

  • Praxisnahe Lösungsansätze entwickeln, damit Arbeitswelt und Arbeitsmarkt auch ohne sichere Schriftsprachkompetenz zugänglich sind.

  • Schriftferne Menschen stärken, Scham abbauen und Selbstvertretungskompetenz fördern.

  • Akteure & Akteurinnen des Arbeitsmarktes sensibilisieren (Unternehmen, Jobcenter, Institutionen) und neue Perspektiven eröffnen.

  • Ko-kreativ Leitlinien erarbeiten, aus der Perspektive schriftferner Menschen – für Wirtschaft, Verwaltung und Politik.

  • Grundlagen für ein Modellprojekt schaffen, das nachhaltige Teilhabe und Arbeitsmarktintegration für schriftferne Menschen fördert.